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  • Maßstab ungefähr M 1:400
  • Modellbaumaße Café Moskau (l/b/h) ca. 20 cm/12 cm/5 cm
  • Vierfarbendruck auf weißem Karton 190 gr/m2
  • 2 Modellbögen Format Din A 4
  • Handverpackt im umweltfreundlichen PP-Flachbeutel
  • Beigelegte Bastelanweisung und Hintergrundinformationen
  • Einfach zu bauen: Schere, Lineal, Klebstoff genügen
  • 4.90 Euro

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Das Café Moskau

Im Reigen der Nationalitätengaststätten befreundeter Länder in Berlin hat nunmehr auch die Gaststätte »Moskau« ihren Platz gefunden. Nach einem gastronomisch und räumlich differenzierten abgerundeten Programm enthält die Gaststätte im Erdgeschoss ein Restaurant und ein Weinrestaurant, im Obergeschoss ein Konzert- und Tanzcafé, Tee- und Mokkastuben sowie Räume für geschlossene Gesellschaften und im Untergeschoss eine Nachtbar. Außerdem ist im Erdgeschoss ein Laden für sowjetische Volkskunst eingerichtet. Die Gaststätte liegt auf der Nordseite der Karl-Marx-Allee, deshalb wurde zur Schaffung besonnter und ruhiger Räume eine Atrium-Konzeption vorgesehen. So entstand ein Grundriss im Goldenen Schnitt von 8 Achsen : 5 Achsen. Das Erdgeschoss ist zur Straße abgeschirmt, das auskragende Obergeschoss ringsum verglast. Der Eingang ist zur Bildung eines Vorplatzes um eine Achse zurückgesetzt und mit  einer Mosaikwand (von Bert Heller »Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion«) einladend gestaltet. Sie ist ein harmonischer Bestandteil und eine Steigerung der Architektur und gibt, zusammen mit einem »schwebenden« Betongitter, das den Baukörper visuell wieder schließt, diesem modernen Berliner Bauwerk eine Andeutung fremdländischer Folklore. Der Springbrunnen im Hof der Gaststätte wurde von Prof Fritz Kühn gestaltet. Zur Einweihung des Restaurants schenkte die Botschaft der Sowjetunion ein originalgetreues Sputnikmodell.

Die Ladenbauten sind gleich entsprechend der städtebaulichen Ordnung und Ensembleabsicht. Das trifft zu für die Baukörper und ihre Architektur (mit Ausnahme des Salons »Babette«, der architektonisch der Gaststätte »Moskau« zugeordnet ist); für die einheitlich gelbe Keramik der Außenwände als Kontrast zu dem Weiß der Wohnblocks; für die einheitliche Sicht- und Lichtwerbung an allen Bauten der Allee (Entwurf Professor Wittkugel).
Zitate und Informationen aus Deutsche Architektur 1964 Heft 4 und 7

Die Karl-Marx-Allee zwischen Strausberger Platz und Alexanderplatz nahm zwischen 1959 und 1965 ein modernes Gesicht an. In einer Breite von 125 Metern führt sie nun direkt zum Alex, während ihr viel schmalerer Vorgänger beim Haus der Gesundheit in de damalige Trasse der Leninallee mündete. Die städtebaulichen Entwürfe stammten von Edmund Collein und Werner Dutschke, während für die Hochbauten das Kollektiv von Josef Kaiser verantwortlich zeichnete. Zwischen den zurückgesetzten zehngeschossigen »Scheibenhäusern« in Plattenbauweise stehen flache Ladenpavillons in der Straßenflucht. Mit dem Interhotel »Berolina« (1963), dem Kino »International« (1963) und dem Restaurant »Moskau« (1964) entstanden attraktive Einrichtungen. Beiderseits der Magistrale wuchs zwischen Leninplatz und Jannowitz-brücke ein weiträumiges, mit Kindergärten und -krippen, Schulen, Plansch-becken und Spielplätzen, mit Einkaufs- und Dienstleistungsläden ausgestattetes Wohngebiet. Es bot seinen Bewohnern angenehme Wohn- und Lebensbedingungen und erfüllte zugleich gesamtstädtische Funktionen.
(S.604)
Zitate aus Keiderling: Berlin 1945-1986, Dietz Verlag Berlin 1987.

Zu beiden Seiten der Karl-Marx-Allee stehen zehngeschossige Wohnhäuser. Sie stehen nicht direkt an der Straße, sondern ungefähr vierzig Meter von ihrem Rand entfernt. Jedes von ihnen enthält 69 bis 80 Wohnungen. Diese Häuser gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, daß sie alle nach demselben Verfahren, der Großplattenmontage-bauweise, gebaut worden sind. Trotz dieser Gleichförmigkeit hat die Karl-Marx-Allee ein ganz unverwech-selbares Gepräge. ... Wir sehen hier, daß die industrielle Bauweise, unter den Bedingungen des Sozialismus angewendet, eine Schönheit ganz eigener Art entstehen läßt.
(S.604)
Zitate aus Georg Piltz 1975: Streifzug durch die Deutsche Baukunst. Kinderbuchverlag Berlin.Zitate aus Brandenburg/Harnisch/Kubiziel: Fernsehturm Berlin, Verl. für Bauwesen Berlin, 1969

Nach Fertigstellung der Ladenbauten und dem Abriß einiger Altbauten konnte dieser 700 m lange Straßenabschnitt voll zur Geltung kommen: ankündigender Auftakt des Zentrums und zugleich zurückhaltendes Verbindungsglied zwischen den Akzenten Strausberger Platz und Alexanderplatz zu sein.